27.04.2011

Neue Bücher im Mai

Léon und Louise
von Capus, Alex;

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt. Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.



Fast nackt
von Hickman, Leo;
Fair-Trade-Apfel aus Übersee oder heimischer Bioapfel? Was halten auswaschbare Windeln aus? Ein Jahr lang hat der Londoner Journalist Leo Hickman versucht, ohne schlechtes Gewissen zu leben: gesunde Ernährung, schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Versuch, bestimmten Großkonzernen seine Kaufkraft zu entziehen. Mit viel Witz berichtet er davon, wie er und seine Familie sich erfolgreich umgestellt und damit ihr Leben von Grund auf umgekrempelt haben.



Eva schläft
von Melandri, Francesca;

Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater
Nur einmal in ihrem Leben konnte sich meine Mutter Gerda der Liebe eines Mannes gewiss sein, und ich der eines Vaters. All die anderen kamen und gingen wie ein Wolkenbruch im Sommer: Wir haben uns schlammige Schuhe geholt, aber die Wiesen sind trocken geblieben. Mit Vito hingegen war es etwas anderes. Das war echt. Für sie und für mich war seine Gegenwart wie ein langer Regen im Juni, der das Gras wachsen lässt und die Quellen speist. Und doch hat uns, danach und für immer, die Trockenheit nicht verschont.
Eva ist Anfang vierzig, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeit lang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben, und noch einmal möchte er Eva sehen. Sie tritt die Zugreise von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden an. In ihrer Vorstellung entfaltet sich noch einmal ihre ganze Kindheit in Südtirol: Sie wuchs im Schatten der politischen Verwerfungen einer Region auf, die drei Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war, bevor sie endlich den Aufbruch in die Autonomie wagte. Doch noch stärker wurde Evas Kindheit geprägt von der Liebe ihrer Mutter, der im Leben nichts geschenkt wurde.

Ich will anders, als du willst, Mama
von Hahn, Britta;

Im Zusammenleben mit Kindern treten in der Regel zwei Auslöser von Konflikten auf: Die Kinder wollen etwas und die Eltern sagen nein - oder die Eltern wollen etwas und die Kinder sagen nein.
Die Autorin zeigt, wie es mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation möglich ist, dass in solchen Konflikten eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern bestehen bleibt und jedes Mitglied der Familie sich zu Hause wohlfühlen kann.
Im Zusammenleben mit Kindern geht es insbesondere auch um die Frage nach Schutz und Grenzen. Dabei gilt es abzuwägen, wo ein Kind Schutz und damit Grenzen braucht und wo es selber entscheiden darf, weil es die Folgen seines Handelns schon überblicken kann. Auch gilt es abzuwägen, wo Eltern dem Kind Freiraum geben, damit es selbst Erfahrungen sammeln kann. Diesen Fragen rund um das Thema der schützenden Macht geht die Autorin in vielen Beispielen nach.

Von den Sternen bis zum Tau
von Soentgen, Jens;


Eine Entdeckungsreise durch die Natur. Mit 120 Phänomenen und Experimenten. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011
Naturwissenschaft macht glücklich! Eine umwerfende Reise durch die Natur. Erhellend und beglückend. Nach dieser Lektüre sieht alles aus wie neu!

Jens Soentgens Reise geht "quer durch", vom Makrokosmos bis zum Mikrokosmos. Dabei bringt der Naturwissenschaftler und Philosoph etwas Seltenes fertig: Mit beeindruckenden fachlichen Kenntnissen und gleichzeitig mit großem Gefühl, ja bisweilen romantischer Begeisterung, beschreibt er die Phänomene, die ihm begegnen. Die moderne Naturwissenschaft ist ihm dabei keine kalte Theoriemaschine, im Gegenteil: In den Erkenntnissen der Wissenschaft von Natur und Kosmologie findet er neue, großartige Geschichten. Und die erzählt Soentgen mit viel Enthusiasmus, dass wir uns nicht entziehen können: Wir werden klüger und ganz froh beim Zuhören! Damit wir auch aus eigener Anschauung dazulernen, gibt es Experimente, die sich ohne alle professionellen Apparate durchführen lassen. Wir entdecken Leuchtbakterien und Heringsleichen und die Geheimnisse von Stonehenge auf der Fensterscheibe! Vitali Konstantinovs altmeisterliche Bleistiftzeichnungen sind ein Glücksfall: So präzise wie die Wissenschaft es verlangt, lassen sie doch in ihren mal viktorianischen, mal urbayerischen Szenarien viel Platz für Komik und Ironie.

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